Auf den ersten Blick sehen beide ähnlich aus: Sachverständige, die Ihr Fahrzeug nach einem Unfall begutachten. Doch wer den Auftrag gibt, entscheidet, in wessen Interesse gearbeitet wird.
Der Versicherungsgutachter
Wird von der gegnerischen oder eigenen Versicherung beauftragt und bezahlt. Sein Job: den Schaden wahrheitsgemäß einschätzen — aber ökonomisch im Sinne der Versicherung. In der Praxis bedeutet das oft: niedriger angesetzte Wiederbeschaffungswerte, geringere Reparaturkosten und vorsichtigere Wertminderungen.
Der unabhängige Sachverständige
Wird vom Geschädigten direkt beauftragt und arbeitet ausschließlich in dessen Interesse. Bewertet Schäden, Wertminderung und Nutzungsausfall realistisch — ohne Rücksicht auf den Geldbeutel der Versicherung.
Konkreter Unterschied in Euro
In der Praxis liegen unabhängige Gutachten häufig 10–30 % höher als Versicherungsgutachten. Bei einem Schaden von 8.000 € kann das schnell 1.000–2.500 € mehr Auszahlung bedeuten.
Wann ist welcher Gutachter sinnvoll?
- Fremdverschulden: immer unabhängigen Gutachter beauftragen.
- Eigenverschulden mit Vollkasko: Absprache mit Versicherung, ggf. Versicherungsgutachter ausreichend.
- Eigenverschulden ohne Vollkasko: unabhängiges Gutachten als Nachweis für späteren Verkauf.
